Agrarrohstoffe vor dem nächsten Schub? Agrarindex bricht nach oben aus!

0 Kommentare

Die Agrarmärkte senden derzeit ein spannendes Signal: Mein selbst entwickelter Agrarindex ist jüngst dynamisch nach oben ausgebrochen und zeigt damit eine klare relative Stärke gegenüber vielen anderen Rohstoffsegmenten.

Besonders interessant ist dabei, dass sich einige Agrarrohstoffe bereits hervorragend entwickelt haben. Vor allem Kakao und Zucker konnten in den vergangenen Wochen starke Bewegungen zeigen. Auch Weizen und Mais laufen bereits seit längerer Zeit und habe ich des öfteren auf Discord als spannende Werte genannt.

Zuletzt haben wir aber Zucker und Kakao aktiv gehandelt und dabei sehr gute Gewinne erzielen können. Solche Bewegungen zeigen einmal mehr, wie spannend und chancenreich der Agrarsektor aktuell ist. Dabei ist dies kein Zufall, sondern war logische Konsequenz. Mehrfach wurde im vergangenen Jahr, im Aktienreport, von dieser großen Chance geschrieben.

Kakao bleibt langfristig besonders spannend

Vor allem Kakao bleibt weiterhin einer der interessantesten Märkte im gesamten Rohstoffbereich. Die langfristigen CoT-Daten (Commitments of Traders) fallen hier weiterhin extrem bullisch aus.

Die Commercials positionieren sich historisch betrachtet weiterhin auffällig stark, was ein wichtiger Hinweis auf weiteres Potenzial sein könnte. Genau solche Konstellationen sind es, die eine gute Analyse besonders machen.

Wer sich intensiver mit dem Thema CoT-Daten beschäftigen möchte: Ich biete hierzu auch einen eigenen Onlinekurs an, in dem ich detailliert erkläre, wie man die Positionierungen der Marktteilnehmer richtig interpretiert und daraus Handelsideen ableiten kann.

El Niño könnte die Ernten zusätzlich belasten

Neben den technischen und sentimentbasierten Faktoren sprechen aktuell auch fundamentale Aspekte für weiter steigende Agrarpreise. Ein wichtiger Punkt ist dabei das Wetterphänomen El Niño.

El Niño kann weltweit massive Auswirkungen auf Niederschläge und Temperaturen haben und dadurch Ernten erheblich beeinträchtigen. Besonders bei Kakao könnte dies erneut zu Angebotsengpässen führen. Bereits in den vergangenen Jahren haben wetterbedingte Probleme in wichtigen Anbauregionen wie Westafrika immer wieder zu starken Preissprüngen geführt.

Sollte sich die Wettersituation weiter verschärfen, könnte der Markt erneut sehr sensibel reagieren.

Weizen: Geopolitik und steigende Düngerkosten

Auch bei Weizen gibt es derzeit interessante fundamentale Entwicklungen. Die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus sorgt immer wieder für Unsicherheit an den Rohstoffmärkten.

Vor allem die gestiegenen Transport- und Energiekosten wirken sich auf die Preise für Dünger aus. Höhere Düngerkosten erhöhen wiederum die Produktionskosten der Landwirte – ein Faktor, der mittel- bis langfristig auch die Weizenpreise weiter antreiben könnte.

Gerade in einem ohnehin sensiblen Marktumfeld können solche geopolitischen Risiken schnell zu neuen Aufwärtsbewegungen führen.

Kaffee: Der Nachzügler mit Potenzial?

Besonders spannend ist aktuell jedoch Kaffee. Während viele andere Agrarrohstoffe bereits stark gelaufen sind, hinkt Kaffee bislang noch etwas hinterher.

Fundamental bleibt der Markt allerdings äußerst interessant:

  • Wetterrisiken in Brasilien bleiben ein zentrales Thema. Frostperioden oder Trockenheit können die Ernten massiv beeinflussen.
  • Gleichzeitig steigt die weltweite Nachfrage nach hochwertigem Kaffee kontinuierlich an, insbesondere in Asien.
  • Viele Produzenten kämpfen zudem mit steigenden Produktionskosten, was das Angebot zusätzlich belasten könnte.
  • Auch die Lagerbestände an den Terminbörsen sind zuletzt teilweise rückläufig gewesen.

Charttechnisch wirkt Kaffee aktuell wie ein Markt, der noch Kraft sammelt. Sollte hier neues Momentum entstehen, könnte sich daraus eine sehr interessante Chance ergeben.

Fazit

Die Agrarmärkte bleiben eines der spannendsten Segmente im Rohstoffbereich. Mein Agrarindex signalisiert aktuell einen möglichen neuen Aufwärtstrend, während viele Einzelmärkte bereits Stärke zeigen.

Vor allem Kakao, Zucker, Weizen, Mais und möglicherweise bald auch Kaffee könnten in den kommenden Monaten weiterhin interessante Chancen bieten – sowohl aus technischer als auch aus fundamentaler Sicht.

Wer die Bewegungen an den Rohstoffmärkten frühzeitig verstehen möchte, sollte neben Charts vor allem auch die Positionierung der großen Marktteilnehmer im Blick behalten. Genau dafür sind die CoT-Daten ein äußerst wertvolles Werkzeug.

Adidas-Seasonals: Wie die Fußball-WM und das Frühjahr saisonale Chancen bieten

0 Kommentare

Die Fußball-Weltmeisterschaft gehört für Adidas traditionell zu den wichtigsten Events überhaupt. Als einer der größten Sportartikelhersteller der Welt profitiert das Unternehmen massiv von:

  • Trikotverkäufen
  • Sponsoring
  • globaler Markenpräsenz
  • erhöhtem Medieninteresse

Doch besonders spannend ist das historische Verhalten der Aktie nach dem Beginn einer WM.

Die Auswertung vergangener Weltmeisterschaften zeigt ein überraschend konsistentes Muster:
Rund 137 Tage und 93 Tage vor, sowie 22 Tage nach Beginn der Fußball-WM bildete die Adidas-Aktie in der Vergangenheit häufig markante Tiefpunkte aus.

Diese zeitlichen Cluster könnten darauf hindeuten, dass die Euphorie rund um das Turnier regelmäßig Gewinnphantasien beflügelt. Gleichzeitig entstehen dadurch potenziell attraktive Einstiegsgelegenheiten für mittel- bis langfristige Anleger.


Warum könnte dieses Muster entstehen?

Ein möglicher Erklärungsansatz liegt im typischen „Buy the Rumor, Sell the News“-Effekt.

Bereits Monate vor einer Weltmeisterschaft steigen häufig die Erwartungen an:

  • höhere Umsätze
  • steigende Margen
  • starke Marketingeffekte

Viele Marktteilnehmer positionieren sich deshalb frühzeitig. Sobald das Event läuft oder beendet ist, werden Gewinne realisiert. Dadurch entstehen wiederkehrende Druckphasen im Kurs.

Zusätzlich reagieren Konsumwerte wie Adidas besonders sensibel auf:

  • globale Konjunkturängste
  • Konsumdaten
  • Wechselkursentwicklungen
  • Lieferkettenprobleme

Diese Faktoren können die saisonalen Bewegungen zusätzlich verstärken.


Die zweite Seasonal: Stärke von Mitte März bis Anfang Mai

Neben dem WM-Muster zeigt Adidas auch im normalen Börsenjahr eine interessante saisonale Tendenz.

Historisch betrachtet entwickelt sich die Aktie häufig positiv im Zeitraum von Mitte März bis Anfang Mai. Dieses Zeitfenster zählt zu den auffälligsten wiederkehrenden Stärkephasen der vergangenen Jahre.

Für saisonale Trader kann dieser Abschnitt besonders interessant sein, da hier oftmals:

  • Momentum entsteht
  • institutionelle Käufe einsetzen
  • positive Konsumhoffnungen eingepreist werden

Gerade nach schwächeren Wintermonaten kommt es nicht selten zu einer dynamischen Frühjahrsbewegung.


Was macht diese Frühjahrsphase so interessant?

Mehrere Faktoren könnten hinter diesem saisonalen Muster stehen:

1. Neue Kollektionen und Frühjahrsgeschäft

Im Frühjahr beginnt traditionell eine wichtige Verkaufsphase für Sport- und Freizeitbekleidung. Neue Kollektionen sorgen häufig für steigende Aufmerksamkeit und positive Erwartungen.

2. Optimismus vor dem Sommergeschäft

Investoren blicken in dieser Zeit verstärkt auf das zweite und dritte Quartal – historisch oft starke Perioden für Konsum- und Lifestyle-Unternehmen.

3. Allgemein starke Börsenphase

Auch der Gesamtmarkt zeigt zwischen März und Mai historisch häufig freundliche Tendenzen, was zyklische Konsumwerte zusätzlich unterstützen kann.


So können Trader die Adidas-Seasonals nutzen

Seasonals eignen sich vor allem dazu, Wahrscheinlichkeiten besser einzuordnen und interessante Zeitfenster zu identifizieren. Besonders sinnvoll kann dabei die Kombination aus:

  • saisonalen Mustern
  • Charttechnik
  • Volumenanalyse
  • Makrotrends

sein.

Wer beispielsweise rund um die WM auf mögliche Tiefpunkte achtet und diese mit technischer Unterstützung kombiniert, könnte attraktive Chancen entdecken.

Auch die Frühjahrs-Seasonal zwischen März und Mai kann ein hilfreicher Filter sein, um Long-Setups gezielter auszuwählen.


Fazit

Die Aktie von Adidas zeigt bemerkenswerte saisonale Besonderheiten, die sowohl für Trader als auch für langfristig orientierte Anleger interessant sein können.

Besonders spannend sind dabei:

  • mögliche Tiefpunkte 93 und 137 Tage vor und 22 Tage nach Beginn einer Fußball-WM
  • die historische Stärkephase von Mitte März bis Anfang Mai

Natürlich gilt auch hier: Vergangene Kursentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Dennoch können Seasonals helfen, Marktbewegungen strukturierter zu analysieren und potenzielle Chancen frühzeitig zu erkennen.

Wer saisonale Muster mit weiteren Analyseformen kombiniert, erhält oft einen wertvollen zusätzlichen Blickwinkel auf den Markt. 

Edelmetalle und Minen vor der nächsten Korrektur? – Eine Standortbestimmung

0 Kommentare

Nach einer beeindruckenden Rally in den vergangenen Monaten und einer anschließenden deutlichen Korrektur konnten sich die Kurse zuletzt wieder erholen. Aktuell befinden sich die Edelmetalle jedoch in einer entscheidenden Phase und bieten weiteres Abwärtspotenzial. Der aktuelle Kursverlauf wirkt korrektiver Natur und lässt bislang keine nachhaltige Stärke erkennen.

Überhitzung nach starker Rally

Der Anstieg bei Gold war insbesondere im Jahr 2025 außergewöhnlich dynamisch. Getrieben wurde diese Bewegung vor allem durch geopolitische Unsicherheiten, massive Zentralbankkäufe und eine zunehmende Skepsis gegenüber Fiat-Währungen.

Doch Märkte bewegen sich selten linear. Auf starke Aufwärtsbewegungen folgen häufig Phasen der Konsolidierung oder auch ausgeprägte Korrekturen – und diese können unterschiedlich lange andauern. Vieles deutet darauf hin, dass die aktuelle Korrekturphase noch nicht abgeschlossen ist. Der Markt hat zuvor schlicht zu stark nach oben übertrieben.

Die nachfolgende Grafik zu Silber zeigt beispielhaft, dass der vorangegangene Anstieg noch nicht ausreichend abgebaut wurde, um eine stabile und gesunde Bodenbildung zu ermöglichen.

Doch nicht nur die historische Betrachtung spricht für weiteres Abwärtspotenzial. Auch ein wiederkehrendes Zyklusmuster warnt vor einer erneuten Korrekturbewegung. Im linken Teil des Charts ist der aktuelle Goldverlauf zu sehen, während rechts eine mögliche zukünftige Entwicklung skizziert ist (grün).

Fundamentale Lage bleibt stark

Wichtig bleibt: Die übergeordneten Treiber für Gold sind weiterhin intakt:

  • Inflation bleibt ein zentrales Thema
  • Zentralbanken kaufen weiterhin Gold
  • geopolitische Spannungen bestehen fort

Langfristig ist der Bullenmarkt daher keineswegs beendet. Viele Analysten erwarten weiterhin steigende Preise oder zumindest stabile Niveaus. Vielmehr deutet vieles darauf hin, dass sich Rohstoffe insgesamt in einem langfristigen Aufwärtszyklus befinden. Insbesondere Agrarrohstoffe könnten in den kommenden Monaten eine überdurchschnittlich starke Performance zeigen.

Goldminen: Stark, aber nicht immun gegen Rücksetzer

Die Minenaktien gehörten im Jahr 2025 zu den großen Gewinnern. Doch auch hier hat inzwischen eine Korrektur eingesetzt, die vermutlich noch nicht abgeschlossen ist. Der nachfolgende Chart zeigt, dass der jüngste Anstieg nicht von ausreichender Stärke begleitet wird und eine weitere Abwärtsbewegung folgen könnte.

Fundamental stehen Minenunternehmen dennoch so gut da wie seit Jahren nicht:

  • hohe Margen (durch hohe Gold- und Silberpreise bei vergleichsweise niedrigen Kosten)
  • starker Cashflow
  • deutlich disziplinierteres Management als in früheren Zyklen

Das klingt nach einem idealen Umfeld – und genau darin liegt die Herausforderung:

Wenn bereits alle positiven Faktoren im Kurs eingepreist sind, steigt die Anfälligkeit für Enttäuschungen.

Historisch reagieren Minenaktien zudem überproportional:

  • Sie steigen stärker in Aufwärtsphasen
  • Sie fallen jedoch auch deutlicher in Korrekturphasen

Warum eine Korrektur sinnvoll wäre

Eine Korrektur ist nicht zwangsläufig negativ – im Gegenteil:

Sie kann dazu beitragen,

  • überkaufte Marktphasen abzubauen
  • neue, attraktivere Einstiegsmöglichkeiten zu schaffen
  • den langfristigen Aufwärtstrend zu stabilisieren

Das aktuelle Umfeld spricht daher eher für eine anhaltende Seitwärtsphase oder eine weiterführende Korrektur, bevor sich der nächste größere Aufwärtsimpuls entwickeln kann.

Blick über den Tellerrand: DAX ebenfalls gefährdet?

Nicht nur Edelmetalle könnten vor einer Verschnaufpause stehen. Auch der deutsche Leitindex DAX zeigt nach seiner starken Entwicklung der vergangenen Wochen erste Ermüdungserscheinungen.

Die nachstehende Grafik verdeutlicht, dass trotz steigender Kurse eine gewisse Schwäche im Markt vorhanden ist – kurzfristig kein besonders positives Signal.

Fazit

Edelmetalle bleiben langfristig ein attraktiver Markt mit starken fundamentalen Treibern. Kurzfristig jedoch mehren sich die Hinweise auf eine weitere Korrekturbewegung – sowohl bei den Edelmetallen selbst als auch bei den Minenaktien.

Für Anleger bedeutet das:
Geduld könnte sich auszahlen. Die besten Chancen entstehen häufig dann, wenn die Euphorie aus dem Markt weicht.

Auch im DAX könnte kurzfristig eine Verschnaufpause anstehen. Darüber hinaus könnten die Jahre 2026 und 2027 von stärkeren Korrekturen im Gesamtmarkt geprägt sein. Einen ausführlichen und kostenlosen Jahresausblick dazu gab es bereits im Discord. 

Silber 2025/2026: Warum der Preis gerade so stark steigt

0 Kommentare

Silber hat sich im Jahr 2025 von einem oft verkannten „kleinen Bruder“ des Goldes zu einem der explosivsten Rohstoffe der globalen Märkte entwickelt. Während das ganze Jahr Gold Rekordpreise erreichte, übertraf Silber sogar viele Erwartungen und setzte im Dezember neue historische Niveaus – getrieben von fundamentalen Faktoren, Angebotsschwächen und verstärkter Nachfrage aus Industrie und Finanzmärkte


1. Nachfrage trifft Angebot – strukturelles Defizit im Silbermarkt

Ein Kernpunkt der aktuellen Preisrally ist das anhaltende Angebotsdefizit:

  • Der Silbermarkt schreibt 2025 das fünfte Jahr in Folge Defizite, wobei die Nachfrage insgesamt höher liegt als Produktion plus Recycling.
  • Silber wird zu etwa 75 % als Nebenprodukt bei der Förderung von Kupfer, Blei, Zink oder Gold gewonnen, nicht als Hauptmetallextraktion. Dadurch reagiert die Produktion kaum auf steigende Silberpreise – denn Minen richten sich nach den Preisen des Hauptprodukts.
  • Viele Lagerbestände sind zudem geschrumpft, etwa an Terminbörsen in Shanghai und London, was physische Knappheit signalisiert.

Einfach gesagt: Selbst wenn der Preis schnell steigt, können die Fördermengen nicht kurzfristig mithalten – ein klassischer Knappheitstreiber.


2. Warum Silber gerade jetzt gefragt ist

Silber hat heute zwei starke Rollen gleichzeitig:

📌 Als industrielles Metall

Über die Hälfte der Weltproduktion fließt in Anwendungen, bei denen Silber technisch oft unersetzlich ist – vor allem:

  • Photovoltaik (Solarzellen)
  • Elektronik und Leiterplatten
  • Elektromobilität & Datenzentren

Diese Nachfrage wächst im Zuge globaler Energie- und Digitalisierungstrends rasant.

Als Anlage- und Safe-Haven

Parallel wird Silber zunehmend als Schutz gegen Inflation, Währungsrisiken und geopolitische Unsicherheitengesehen. In Zeiten niedriger Zinsen oder erwarteter Zinssenkungen wird Silber im Vergleich zu Zinspapieren attraktiver.

Damit ist Silber in einer Einzigartigkeit zwischen reiner Industrie und Anlage gefragt – ein Dual-Demand-Effekt, der typischerweise Preise verstärkt.


3. Physischer Markt, London und Shanghai – Engpässe real spürbar

Letztes Jahr fiel auf, dass Silber physisch aus New York nach London transportiert werden musste, um Lieferengpässe am Londoner Metallmarkt auszugleichen (was ein Hinweis auf reale Knappheit war). Parallel sanken die offiziellen Lagerbestände weltweit deutlich – ein Zeichen, dass es weniger physisches Silber gibt als auf dem Papier.

Und in China – einer der größten Konsumenten und Produzenten – hat die Nachfrage aus Industrie und Spekulanten ebenfalls stark zugenommen, während staatliche Exportbeschränkungen mitverantwortlich für Angebots- und Preisstress sind.


4. Recycling und seine Grenzen

Silber ist technisch recycelbar, z. B. aus Schmuck, Besteck oder Elektronik. Aber:

  • Die Erfassung und Rückgewinnung von Silber aus Elektronik und Solarmodulen ist aufwendig und teuer.
  • Recycling deckt nur einen Teil der Nachfrage und kann das Defizit nicht schließen, vor allem nicht kurzfristig.

Daher schafft Recycling zwar sekundäre Versorgung, aber es entspannt das strukturelle Defizit nicht entscheidend.


5. Hauptförderländer & woher Silber kommt

Die größten Produzenten sind traditionell:

  • Mexiko
  • Peru
  • China

Weitere wichtige Köpfe der Produktion sind Russland und Australien. Da ein Großteil des Silbers als Nebenprodukt anderer Metalle kommt, hängen Produktionszahlen stark von diesen Metallen ab – insbesondere Kupfer- und Blei-/Zink-Minen.


6. Blick nach vorn: Perspektiven für Silber

Wie könnte es weitergehen?

Bullische Argumente:

  • Dauerhafte Defizite und schrumpfende Lagerbestände.
  • Steigende industrielle Nachfrage (Solar, EVs, Elektronik).
  • Safe-Haven-Rolle bei makroökonomischer Unsicherheit.
  • Starke ETF-Zuflüsse und Investmentnachfrage.

Risiken:

  • Silbermarkt ist volatil – stärkere Bewegungen nach oben wie nach unten sind möglich.
  • Technische Substitutionsmöglichkeiten und Nachfrageanpassungen könnten langfristig Nachfrage reduzieren.
  • Ein globales Wirtschaftsabschwung könnte die industrielle Nachfrage dämpfen.

Viele Analysten gehen davon aus, dass Silber weiter unter Druck im physischen Markt bleibt und Preise mittelfristig auf hohem Niveau konsolidieren oder noch steigen könnten, besonders wenn Gold weiterhin stark bleibt und industrielle Nachfrage wächst.


7. Spekulation Short-Squeeze: Wurden Großbanken auf dem falschen Fuß erwischt?

Ein weiterer möglicher Treiber der jüngsten Silber-Rally ist ein Short-Squeeze im Terminmarkt, der insbesondere große Marktteilnehmer getroffen haben könnte. Ein Blick auf die aktuellen Commitments-of-Traders-Daten (CoT) zeigt, dass die Großbanken ihre Short-Positionen zuletzt deutlich reduziert haben. Solche Bewegungen sind selten zufällig – sie deuten oft darauf hin, dass Short-Positionen unter steigendem Preisdruck geschlossen werden mussten.

Ein vergleichbares Muster war bereits 2011 zu beobachten: Auch damals bauten große Akteure ihre Netto-Short-Positionen zunächst stark ab, während der Silberpreis in kurzer Zeit extrem anstieg. Diese Phase kann rückblickend als klassischer Short-Squeeze interpretiert werden – steigende Preise zwangen Marktteilnehmer, ihre Short-Positionen zu liquidieren, was die Rally zusätzlich beschleunigte.

Der entscheidende Unterschied folgte jedoch nach der ersten Aufwärtsbewegung:
Im Jahr 2011 begannen die Großbanken nach dem Abbau ihrer Short-Positionen relativ schnell wieder damit, neue Short-Positionen in erheblichem Umfang aufzubauen. Als die spekulative Euphorie nachließ und die Liquidität aus dem Markt verschwand, geriet Silber massiv unter Druck – der Preis korrigierte in kurzer Zeit dramatisch.

Wiederholt sich 2011 – oder ist diesmal alles anders?

Die entscheidende Frage lautet nun: Stehen wir erneut vor diesem Muster oder hat sich das Marktumfeld strukturell verändert?

Für eine Wiederholung von 2011 spricht:

  • Silber bleibt ein vergleichsweise enger Markt, in dem große Positionen starken Einfluss haben.
  • Nach starken Anstiegen neigen spekulative Übertreibungen historisch zu scharfen Korrekturen.
  • Großbanken verfügen weiterhin über die Möglichkeit, über den Terminmarkt erhebliche Short-Positionen aufzubauen.

Gegen eine einfache Wiederholung sprechen jedoch wichtige Unterschiede:

  • Der Silbermarkt befindet sich heute in einem mehrjährigen strukturellen Angebotsdefizit.
  • Physische Lagerbestände sind deutlich niedriger als 2011.
  • Die industrielle Nachfrage – insbesondere aus Energie- und Zukunftstechnologien – ist wesentlich höher und stabiler.
  • Die physische Verfügbarkeit von Silber scheint eine größere Rolle zu spielen als in früheren Zyklen.

Fazit

Silber ist 2025/2026 nicht einfach nur ein „Begleiter von Gold“, sondern ein Rohstoff mit eigener Dynamik:

Ein strukturell knappes Angebot, steigende industrielle Nachfrage, physische Bestandsverknappung und makroökonomische Unsicherheiten haben gemeinsam den Preis stark nach oben getrieben. Die Rolle großer Banken beeinflusst Markt-Stimmung und Positionierung, während fundamentale Knappheiten reale physische Verknappung widerspiegeln. Das macht Silber zu einem faszinierenden Markt in einem der spannendsten Rohstoffjahre der letzten Jahrzehnte.