Vor einigen Wochen haben wir an dieser Stelle eine klare These vertreten: Goldminen könnten vor einer deutlich stärkeren Aufwärts-Bewegung stehen.
Hier findet ihr den damaligen Artikel: https://bayerngold.com/2026/08/07/goldminen-vor-der-naechsten-aufwaertsbewegung-das-spricht-aktuell-dafuer-und-dagegen/
Was damals noch wie eine antizyklische Wette aussah, entwickelt sich zunehmend zu einem echten Trend.
Die vergangenen Wochen haben eindrucksvoll gezeigt, wie stark Goldminen reagieren können, wenn der Goldpreis nach oben ausbricht. Allein der VanEck Gold Miners ETF GDX legte in einer einzigen Handelswoche im August rund 21 Prozent zu. Auch der breitere Minensektor zeigte eine enorme Dynamik.
Damit können wir zunächst einmal festhalten:
Unsere damalige Prognose ist aufgegangen.
Gold steigt – aber die Minen steigen stärker
Der Grund für die überproportionale Bewegung ist relativ einfach.
Ein Goldproduzent verkauft sein Gold zu einem bestimmten Preis und hat gleichzeitig Produktionskosten. Steigt der Goldpreis, landet ein großer Teil des zusätzlichen Erlöses direkt in der Gewinnmarge.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Angenommen, eine Mine produziert eine Unze Gold für 2.000 Dollar.
Bei einem Goldpreis von 3.000 Dollar beträgt die Marge 1.000 Dollar.
Steigt Gold auf 4.000 Dollar, beträgt die Marge plötzlich 2.000 Dollar.
Der Goldpreis ist in diesem Beispiel um 33 Prozent gestiegen – die operative Marge hat sich aber verdoppelt.
Genau dieser operative Hebel macht Goldminen für Anleger so interessant.
Und der Goldpreis selbst liefert derzeit das passende Umfeld.
Am Freitag, dem 21. August 2026, stieg Gold auf über 4.600 Dollar je Feinunze und steuerte auf den dritten Wochengewinn in Folge zu. Allein in dieser Woche lag der Anstieg bei ungefähr fünf Prozent. Als wichtige Treiber gelten unter anderem ein schwächerer US-Dollar, die Unsicherheit über die US-Finanzpolitik und Erwartungen an die weitere Geldpolitik.
Damit bekommen die Minen genau das Szenario, auf das wir gesetzt hatten.
GDX: Der große Gewinner
Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung des VanEck Gold Miners ETF (GDX).
Der ETF bündelt zahlreiche große Goldproduzenten und ist damit für Anleger interessant, die nicht auf eine einzelne Mine setzen möchten.
Im August kam es zu einem regelrechten Ausbruch. Anfang August lag der GDX noch deutlich niedriger; innerhalb von nur fünf Handelstagen stieg der ETF um mehr als 21 Prozent.
Das ist für einen breit diversifizierten Minen-ETF eine außergewöhnliche Bewegung.
Und sie zeigt gleichzeitig, warum wir Goldminen aktuell interessant finden:
Gold ist der Hebel auf das Metall – Goldminen sind der Hebel auf die Gewinnmarge.
Natürlich funktioniert dieser Hebel in beide Richtungen. Fällt Gold, können Minen überproportional verlieren. Genau deshalb sind Minen auch deutlich spekulativer als physisches Gold.
Aber solange der Goldpreis steigt und die Produktionskosten nicht im gleichen Tempo nach oben laufen, verbessert sich die Ertragslage der Produzenten teilweise dramatisch.
Auch DRDGold zeigt, was möglich ist
Ein weiteres Beispiel ist DRDGold.
Der südafrikanische Goldproduzent hat zuletzt von der Goldpreisrally massiv profitiert. Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen, wie stark sich der höhere Goldpreis auf die Profitabilität auswirken kann. Dieser Wert wurde im verlinkten Artikel genannt und ist einer der Favoriten in diesem Bereich.
DRDGold meldete für das Geschäftsjahr 2026 einen deutlichen Anstieg von Gewinn und Cashflow. Der Gewinn stieg laut den jüngsten Ergebnissen um rund 89 Prozent, während gleichzeitig die Produktion über der eigenen Prognose lag.
Das ist genau die Entwicklung, die wir bei Goldminen sehen wollten.
Der Goldpreis steigt – und die Unternehmen beginnen, diesen höheren Preis zunehmend in Gewinn und freien Cashflow umzusetzen.
Damit verändert sich auch die Bewertung der Unternehmen.
Ein Produzent, der vor einigen Jahren bei einem Goldpreis von beispielsweise 2.000 Dollar kaum freie Mittel erwirtschaftete, kann bei Preisen jenseits von 4.000 Dollar plötzlich enorme Cashflows generieren.
Und dann gibt es Soma Gold
Nicht jede Mine ist allerdings bereits mit dem gesamten Sektor nach oben gelaufen.
Ein gutes Beispiel ist Soma Gold. Man könnte den Wert "Nachzügler" nennen. Vielleicht finden hier Investoren eine Chance die den Anstieg bisher verpasst haben.
Soma ist ein kleiner kanadischer Goldproduzent mit Aktivitäten in Kolumbien. Das Unternehmen betreibt unter anderem das El-Bagre-Goldprojekt und verfügt über weitere Expansionsmöglichkeiten. Für 2026 wird eine deutliche Produktionssteigerung angestrebt.
Der Aktienkurs hängt momentan allerdings deutlich hinter der Entwicklung großer Goldminen und des GDX zurück.
Und genau das macht Soma gleichzeitig interessant – und gefährlich.
Denn bei Soma handelt es sich nicht um einen etablierten Large-Cap-Produzenten wie die Unternehmen, die im GDX vertreten sind.
Die Aktie ist ein Small- bzw. Micro-Cap-Pennystock und damit mit erheblich höheren Risiken verbunden.
Die Kursentwicklung kann bei solchen Unternehmen wesentlich stärker von einzelnen Unternehmensmeldungen, Finanzierung, Produktion, Liquidität und operativen Problemen beeinflusst werden.
Das sollte man als Anleger nicht unterschätzen.
Warum Soma trotzdem interessant bleibt
Die Tatsache, dass Soma hinter dem Sektor zurückgeblieben ist, bedeutet nicht automatisch, dass die Aktie „billig“ ist.
Aber es bedeutet, dass die Aktie den aktuellen Goldminenboom bislang nicht in gleichem Umfang eingepreist hat.
Das Unternehmen selbst bezeichnet sich inzwischen als profitablen Goldproduzenten und erwartet für 2026 eine deutlich höhere Goldproduktion. Zudem arbeitet Soma an der Ausweitung seiner Produktionskapazitäten.
Hinzu kommt, dass Soma zuletzt eine Finanzierung über 7,5 Millionen kanadische Dollar abgeschlossen hat.
Und erst vor wenigen Tagen meldete das Unternehmen neue Bohrergebnisse von der Escondida-Ader, darunter einen Abschnitt mit 4,25 Gramm Gold je Tonne über 1,85 Meter und einen höhergradigen Abschnitt mit 12,10 Gramm über 0,65 Meter.
Das sind interessante Entwicklungen.
Aber hier gilt ganz klar:
Soma ist kein Ersatz für den GDX.
Wer in Soma investiert, geht bewusst ein wesentlich höheres Risiko ein.
Der Unterschied zwischen GDX, DRDGold und Soma
Genau deshalb sollte man Goldminen nicht einfach in einen Topf werfen.
Der GDX ist die eher breit diversifizierte Variante. Man bekommt zahlreiche große Goldproduzenten in einem ETF. Das reduziert das Risiko, dass ein einzelnes Unternehmen durch Produktionsprobleme, politische Entscheidungen oder Managementfehler massiv enttäuscht.
DRDGold ist bereits eine deutlich konzentriertere Einzelwette. Dafür kann die Aktie bei einer positiven operativen Entwicklung stärker reagieren. Was aktuell der Fall ist.
Soma Gold befindet sich nochmals auf einer ganz anderen Risikostufe. Die geringe Unternehmensgröße und die deutlich geringere Liquidität machen die Aktie zu einem echten spekulativen Investment.
Das Chancen-Risiko-Verhältnis kann dadurch attraktiv sein – aber auch ein Totalverlust ist bei solchen Small Caps wesentlich realistischer als bei einem breit diversifizierten ETF.
Warum die Rally noch weitergehen könnte
Die große Frage lautet jetzt natürlich:
Ist die Bewegung bereits vorbei?
Wir glauben nicht, dass man das pauschal sagen kann.
Denn die fundamentalen Rahmenbedingungen für Gold sind weiterhin außergewöhnlich interessant.
Die US-Staatsverschuldung steigt, langfristige US-Zinsen stehen unter Druck und gleichzeitig wächst die Sorge um die langfristige Tragfähigkeit der amerikanischen Fiskalpolitik.
Genau diese Entwicklung haben wir bereits in unserem Artikel zur US-Schuldenproblematik beschrieben.
Und es gibt eine bemerkenswerte Verbindung zwischen beiden Themen:
Je stärker die Anleger an der langfristigen Stabilität von Staatsfinanzen und Währungen zweifeln, desto interessanter wird Gold.
Der aktuelle Goldanstieg kommt deshalb nicht aus dem Nichts. Reuters berichtet, dass Gold zuletzt unter anderem von Sorgen über die US-Finanzpolitik, einem schwächeren Dollar und Erwartungen an die Geldpolitik getragen wurde.
Wenn dieser Trend anhält, könnten die Gewinne der Goldproduzenten weiter steigen.
Und genau dort entsteht der Hebel.
Aber Vorsicht: Der größte Fehler wäre jetzt Euphorie
Dass unsere Prognose aufgegangen ist, bedeutet nicht, dass jede Goldmine jetzt automatisch weiter steigt.
Im Gegenteil.
Nach einer Bewegung von mehr als 20-50 Prozent bei einem ETF in wenigen Wochen steigt auch das Rückschlagrisiko.
Bei einzelnen Minen ist dieses Risiko noch viel größer.
Goldminen haben neben dem Goldpreis zahlreiche weitere Risiken:
- steigende Energie- und Lohnkosten
- politische Risiken in den Förderländern
- Produktionsausfälle
- Verwässerung durch neue Aktien
- hohe Kapitalanforderungen
- enttäuschende Bohrergebnisse
- Währungsrisiken
- Managementfehler
- Liquiditätsprobleme
Bei einem Unternehmen wie Soma kommen diese Risiken aufgrund der geringen Größe noch stärker zum Tragen.
Deshalb würden wir einen Pennystock wie Soma niemals mit einem breit diversifizierten Goldminen-ETF gleichsetzen.
Wichtig ist derzeit auch die Saisonalität! Der August ist hier noch positiv zu werten, aber beim September handelt es sich um einen der schlechtesten Monate überhaupt für Edelmetalle. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn es ab September zu einer Korrektur des Sektors kommt.
Unser Fazit
Unsere damalige These, dass Goldminen vor einem Anstieg stehen hat sich bewahrheitet.
Der GDX ist massiv gestiegen.
Auch Einzelwerte wie DRDGold haben von der Kombination aus hohem Goldpreis und steigender Profitabilität profitiert. DRDGolds jüngste Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie stark der Goldpreis auf die Gewinnentwicklung eines Produzenten durchschlagen kann.
Und dann ist da Soma Gold.
Die Aktie hat bislang deutlich weniger von der Rally profitiert und hängt hinter den großen Minen zurück. Gleichzeitig bleibt sie aufgrund ihrer geringen Größe und des Pennystock-Charakters eine hoch spekulative Wette.
Genau darin liegt aber auch der mögliche Reiz.
Sollte Soma operativ liefern, die Produktion weiter steigern und der Goldpreis auf hohem Niveau bleiben, könnte sich die Bewertung deutlich verändern.
Aber das ist eine völlig andere Wette als GDX oder ein etablierter Produzent.
Unsere grundsätzliche Goldminen-These bleibt deshalb bestehen: Der Goldpreis ist stark – aber der größere Hebel könnte weiterhin bei den profitablen Produzenten liegen.
Nach dem jüngsten Kurssprung sollte man allerdings nicht blind hinterherlaufen.
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